Digitalisierung von Parktickets – Zwei Beispiele wie es nicht geht

In den vergangenen Tagen habe ich zwei Bekanntschaften mit dem Bezahlen von Parktickets per Smartphone gemacht.

Letztes Wochenende in Dortmund – ein lustiges Telefonat mit dem Ordnungsamt

Nachdem ich bei einem Stadtbummel festgestellt habe, dass ich wohl länger brauchen werde, googelte ich nach der Möglichkeit mein Parkticket in Dortmund zu verlängern oder neu zu lösen. Um es kurz zu machen: nix zu finden.

Ich entschied mich bei der zentralen Rufnummer des Ordnungsamtes anzurufen um mich zu erkundigen. Die Antwort des angenehm freundlichen Mitarbeiters: “Sowas gibt es hier nicht”. Auf meinen Einwand, dass das sogar Kleinstädte im Sauerland anbieten, hieß es: “in Dortmund gibt es dafür viel zu viele Automaten, das kosten viel zu viel”.

Ich sehe das nicht so. Mein Einwand: Hier geht es um Digitalisierung. Das ist ja der Vorteil der Online-Welt, sie skaliert. Die Kommune muss sich nur einer gängigen Online-Plattform, wie TeviPay, anschließen, die Daten per Smartphone auch den Politessen bereit stellen und BÄM. Fertig. Ein günstiger Aufkleber am Parkscheinautomat rundet das Konzept ab.

Oder geht es hier um etwas anderes?

Die Kommunen möchten sich Ihr Geschäftsmodell nicht von einer Online-Plattform wegnehmen lassen. Ja, das verstehe ich. Aber dann sage ich ihnen im gleichen Atemzug: Bewegt euch! Entwickelt selber eine Lösung. Steht nicht still und Digitalisiert die Stadtverwaltungen.

Das Gespräch endete mit meinem Einwand, dass ich das Fehlen des Angebots der Stadt schade finde. Auf meine Aussage “ich hoffe, dass Sie dann mein Auto heute nicht finden”, zeigte sich der Mitarbeiter angenehm belustigt. Es war ein sympathisches Gespräch. Aber auch eins, das nachdenklich macht. Was können wir tun um den Kommunen bei der Digitalisierung besser zu helfen?

Hamburg – ein paar Tage später

Eine Big City wie Hamburg ist natürlich absolut modern. Die sind nicht nur einer Plattform angeschlossen, sondern gleich mehreren! Bei meinem Besuch in der Hamburger Innenstadt fehlte mir heute das Kleingeld. Der Ticketautomat nahm nur Geldstücke ab 50 Cent.

Kein Problem, einfach online das Ticket lösen! Also los… erste App geladen: Leider stürzt sie beim Start ab. Kann passieren, nächster Versuch. “Standort per GPS finden”… und los! “Keine Parkzone am Standort gefunden”. Aber ich stehe doch direkt vor dem Automat!??! Ah…da ist ja eine Zonen-Nummer, die ich eingeben kann: 12345 und los! “Keine Parkzone gefunden”. Dann habe ich die App deinstalliert.

Aber es gibt ja noch eine zweite App

Weiter gehts: Die zweite App heruntergeladen. TeviPay, die kenne ich aus Arnsberg. Funktioniert dort tadellos. Zack und schon wurde meine Parkzone gefunden. “Jetzt zahlen: 3 EUR pro Stunde”. Na dann los… “Diese Zone erfordert das Ausdrucken einer Vignette. Bitte legen Sie das ausgedruckte Dokument oder einen handgeschriebenen Zettel mit folgendem Inhalt hinter die Windschutzscheibe”.

Echt jetzt?

Es reicht. Ich stecke das Smartphone weg, gehe in ein Café und wechsle einen 50 EUR schein.

Bild von Pexels

Tim Behrendt
tim.behrendt@dexa-consult.com

Technologiebegeisterter Unternehmer. Mitglied der Geschäftsführung in der Desus Gruppe und Geschäftsführer bei Dexa Consult GmbH. Eine Ehefrau, zwei Katzen 🙂



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